Was ist HSP eigentlich?

Zuerst einmal, was ist HSP nicht: Hochsensibilität, kurz HSP, ist keine Modeerscheinung. Es ist auch keine Krankheit. Oder etwas, das man sich nur einbildet, oder vorgibt zu sein, um von anderen mit Samthandschuhen angefasst zu werden.

HSP ist eher ein Wesensmerkmal wie z.B. Linkshänder zu sein oder braune Augen zu haben. Es ist erforscht und wissenschaftlich bewiesen. Man kann es nicht abstellen oder heilen, aber lernen, damit umzugehen. Wenn man Hochsensibilität nicht mehr als Feind oder Makel sieht, bietet es einem viele schöne Eigenschaften, die das Leben sehr bereichern können, wie z.B. mit seiner grossen Empathie auch fremde Menschen und Situationen schnell einschätzen zu können oder mit seinem exzellenten Hörsinn und guter Aufmerksamkeit Gefahr schon von Weitem auszumachen.

HSP entdeckte und erforschte die Psychologin Elaine Aron an sich selbst und in ihrer Arbeit. 1996 erschien in Amerika ihr erstes Buch „The Highly Sensitive Person“. 2005 erst erschien das Buch in deutscher Sprache und noch einmal genau so lang (und länger) soll es dauern, bis das Thema hierzulande bekannter wird. Der eigentliche Ausdruck „Highly Sensitive Person“ gefällt mir um einiges besser. Es klingt nicht so abwertend. Ich vermute, dass das mit dazu beiträgt, dass sich viele mit der Hochsensibilität nicht identifizieren können/wollen. Es klingt wie „übersensibel“ in den Ohren von denjenigen, die sich mit dem Thema noch nie beschäftigt haben. Und das sind sehr, sehr viele. Denn HSP ist noch recht unbekannt. 10-20 % der Menschen sind hochsensibel, so schätzt man. Viele wissen gar nicht, dass sie es sind. Und dass es eine Menge unterschiedlicher Eigenschaften und Merkmale an HSP gibt (wie bei Nicht-HSP auch), macht es nicht einfacher, HSP zu erkennen.

Hochsensibiliät – So faszinierend, bunt und einzigartig wie ein Regenbogen

Leider kommt es noch viel zu häufig vor, dass bei hochsensiblen Menschen fälschlicherweise unter Anderem Traumatas, Angststörungen oder, was auch oft bei Kindern vorkommt, ADHS diagnostiziert, und schlimmer noch, behandelt wird. Ja, es gibt viele Ähnlichkeiten, aber wenn man genau hinschaut, sieht man auch die Unterschiede.

Ich erkläre HSP gerne kurz und knapp wie folgt: Normalsensible Menschen haben eine Art Filter im Körper. Sie können ca. 15 Reize gleichzeitig aufnehmen und verarbeiten. Bei hochsensiblen Menschen hat dieser Filter in unterschiedlichen Bereichen grosse Löcher. Es wird viel mehr aufgenommen und noch viel mehr verarbeitet (z.B. auch zusätzliche Gedanken und Erinnerungen die diese Reize mit sich bringen). Schnell ist der Körper überreizt. Handelt man nun nicht, kann diese Überreizung zu kurzfristigen aber auch langfristigen Folgen führen (z.B. wird man dann hibbelig und laut; spürt sich selber und seine Grenzen nicht mehr.) An einigen Stellen ist der Filter intakt, an anderen sehr durchlässig. So gibt es HSP, die sehr lärmempfindlich sind, andere hingegen können mit Lärm recht gut umgehen, haben aber eine sensible Haut und so weiter. Oft sind mehrere Sinne betroffen. Dies ist das grösste Merkmal. HSP ist aber noch viel mehr. Dies alles hier und heute aufzuschreiben, würde aber den Rahmen sprengen 😉 Dazu ein andern Mal mehr. Und auch darüber, wie die Hochsensibilität bei mir ausschaut und wie ich damit umgehe.

Habt ihr Anmerkungen oder Fragen? Dann hinterlasst mir gerne hier einen Kommentar oder schreibt mir eine Nachricht.

Sonnige Grüsse

Jana ☀️

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